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Dienstag, 18. Juni 2024

Bundespolizeidirektion München: Staatsanwaltschaft Landshut und Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München decken Netzwerk von Finanzdienstleistern der Schleuserorganisationen auf

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München/Moosburg an der Isar/Landshut/Dingolfing/Regen/Duisburg/Recklinghausen/Gelsenkirchen (ots) –

Der Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Landshut und der Münchner Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung ist am Donnerstag (9. November) erneut ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Nachdem im Juli dieses Jahres (wir berichteten) bereits mehrere Durchsuchungen und vier Festnahmen gegen einen international agierenden Schleuserring durchgeführt wurden, erfolgte in den frühen Morgenstunden ein weiterer koordinierter Einsatz gegen die Finanzstrukturen der Organisation. Dabei wurden in Bayern und Nordrhein-Westfalen sechs Wohnungen sowie eine Gewerbeeinheit durchsucht und ein Haftbefehl vollstreckt.
Den Einsatz, bei dem rund 100 Beamte der Bundespolizei mit Spezialkräften beteiligt waren, unterstützte auch die Zollverwaltung mit speziell ausgebildeten Bargeldspürhunden.
Der groß angelegten Aktion waren aufwändige Auswertungen der im Juli sichergestellten Beweismittel vorausgegangen, die den verschleierten Geldfluss der Schleuserorganisation zu Tage brachten.
Die Ermittlungsergebnisse zeigten dabei auf, dass der Schleuserring nicht nur aus Organisatoren und Fahrern bestand, sondern zudem auch über eigene Finanzspezialisten -sogenannte „Hawala-Banker“- verfügt haben soll. Das „Hawala-Banking“ stellt ein sehr altes, vorwiegend im arabischen Kulturkreis verbreitetes Zahlungssystem dar, welches auf Vertrauen basiert und verschleierte Transaktionen ermöglicht. Zum Konzept gehört die internationale Vernetzung der Hawaladare, sodass Geldbeträge weltweit innerhalb sehr kurzer Zeit transferiert und ausgezahlt werden können. Dies alles vorbei an staatlichen Aufsichten, was insbesondere für Kriminelle besondere Anreize bietet.
Die heutigen Maßnahmen verfolgten konsequent die Zielrichtung, auch durch Schläge gegen die Finanzstrukturen die international agierende Schleusungskriminalität ganzheitlich zu bekämpfen.
Bei dem Großeinsatz konnte ein Untersuchungshaftbefehl gegen einen der Haupttäter vollstreckt werden. Zudem wurden eine Summe von rund 13.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Smartphones, Tablets, Notebooks und diverse Speichermedien als Beweismittel sichergestellt. Diese müssen nunmehr ausgewertet werden.
Die Ermittlungen dauern an. Aufgrund der noch laufenden polizeilichen Maßnahmen können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden.

Hintergrund:

Das sogenannte „Traunsteiner Modell“ zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität wurde inzwischen bei neun bayerischen Staatsanwaltschaften, auch in Landshut, eingeführt. Die jeweiligen Spezialabteilungen arbeiten bei der Verfolgung von international agierenden Schleuserbanden, Drogen- und Waffenhändlern nicht nur eng mit den ausländischen Polizei- und Justizbehörden zusammen, sondern auch mit Eurojust und Europol. Ziel ist es, durch eine Spezialisierung, Intensivierung und Koordinierung internationaler Ermittlungen erfolgreich Strukturermittlungen zur Ergreifung und Überführung der Hintermänner durchzuführen.

Rückfragen bitte an:

Gerhard Bellmann
____________________________________________________________________
Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München Pressestelle
Frankfurter Ring 206 | 80807 München
Telefon: 089 35474 – 4040 | Fax: 089 35474 – 4099
E-Mail: gerhard.bellmann@polizei.bund.de
E-Mail: bpolikb.muenchen.oea@polizei.bund.de
Internet: www.bundespolizei.bund.de | Twitter: 🐦@bpol_by

Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München ist
innerhalb der Bundespolizeidirektion München zuständig für die
umfassende Bearbeitung komplexer Ermittlungsverfahren mit schwieriger
Beweisführung, insbesondere im Bereich der grenzüberschreitenden und
organisierten Kriminalität. Inhaltlich ergeben sich die zu
bearbeitenden Deliktsbereiche aus den gesetzlichen Aufgaben der
Bundespolizei und umfassen regelmäßig banden- und gewerbsmäßig
qualifizierte Straftaten in Zusammenhang mit Schleusungen sowie
Straftaten zum Nachteil der Deutschen Bahn oder deren Nutzer, wie
Computerbetrug oder Transportgutdiebstahl.
Neben der Durchführung und Koordination umfangreicher offener und
verdeckter Ermittlungsmaßnahmen der Strafprozessordnung gehören zu
den Kernelementen der Ermittlungsarbeit der Bundespolizeiinspektion
Kriminalitätsbekämpfung München eine eng vernetzte internationale
Zusammenarbeit auf bi- und multilateraler Ebene einerseits sowie die
intensive Nutzung IT-forensischer Methoden auf dem neuesten Stand der
Technik anderseits.

Weitere Informationen erhalten Sie über oben genannte Kontaktadresse
oder unter www.bundespolizei.de sowie unter www.twitter.com/bpol_by.

Original-Content von: Bundespolizeidirektion München, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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