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Donnerstag, 25. April 2024

Deutsches Top-Management kann Mitarbeiter nicht ausreichend für Nachhaltigkeit begeistern

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Frankfurt (ots) –

▪ Zwei Drittel der Vorstände und Führungskräfte sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit großen Einfluß auf den langfristigen Geschäftserfolg hat

▪ Aber nicht einmal jeder fünfte Mitarbeiter teilt diese Überzeugung und glaubt, dass sein Unternehmen durch Nachhaltigkeit erfolgreicher wird

▪ Zwar ist die Mehrheit der Mitarbeiter motiviert, einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten, doch nur 6% haben die Möglichkeit, mit ihrem Vorgesetzten darüber zu sprechen

▪ Über 60% der Vorstände und Führungskräfte sind der Meinung, dass Nachhaltigkeit die Attraktivität als Arbeitgeber erhöht und hilft, Führungs- und Fachkräfte zu rekrutieren

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit als Mittel im Kampf gegen den Klimawandel hat in den letzten zwei Jahren in deutschen Unternehmen stark zugenommen – allerdings in erster Linie auf der obersten Führungsebene. Dort überwiegt die Überzeugung, dass Nachhaltigkeit von großer Bedeutung für den Unternehmenserfolg ist. Zudem sind Vorstandsgehälter zunehmend an das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen geknüpft.

Anders sieht es auf Mitarbeiterebene aus: Nur eine Minderheit ist davon überzeugt, dass sich Nachhaltigkeit positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Zudem fühlen sich die Mitarbeiter nicht ausreichend in die Lage versetzt, selbst einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten zu können. Das geht aus einer internationalen Umfrage der Personalberatung Russell Reynods Associates hervor, die nach 2021 dieses Jahr zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Mehr als zwei Drittel (67%) der deutschen Vorstände und Führungskräfte sind der Überzeugung, dass Nachhaltigkeitsziele einen großen oder sehr großen Einfluß auf den langfristigen Geschäftserfolg haben, weltweit sind nur 44% der Führungskräfte dieser Auffassung. Dementsprechend sehen sich zwei Drittel (64%) der befragten deutschen Vorstände und Führungkräfte auf einem guten Weg und sagen, dass ihr Unternehmen Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit gemacht hat. Global sind nur 59% der Führungskräfte dieser Meinung.

Auch sind in Deutschland im internationalen Vergleich mehr Top-Manager der Meinung, dass Nachhaltigkeit zu steigenden Gewinnen führt (27% gegenüber 21% weltweit). Eine herausragende Bedeutung spielt nach Meinung der befragten deutschen Manager das Thema Nachhaltigkeit auch für das Ansehen der Marke (sagen 65%) und die Attraktivität als Arbeitgeber im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte (62%).

Ganz anders wird die Bedeutung von Nachhaltigkeitszielen von Mitarbeitern gesehen: Während mehr als zwei Drittel der Führungskräfte überzeugt sind, dass Nachhaltigkeitsziele einen großen oder sehr großen Einfluß auf den langfristigen Geschäftserfolg haben, sind es unter den Mitarbeitern nur 18%. Im weltweiten Durchschnitt sind die Mitarbeiter optimistischer, hier liegt der Wert bei 31%.

Obwohl die Mehrheit der deutschen Mitarbeiter (53%) sagt, etwas dazu beitragen zu wollen, dass ihr Unternehmen nachhaltiger wird, gibt nur gut jeder dritte Mitarbeiter (37%) an, Einfluss auf die Nachhaltigkeitsziele seines Unternehmens nehmen zu können, weltweit sind es mehr als die Hälfte der befragen Mitarbeiter (55%). 29% der deutschen Mitarbeiter haben klare Nachhaltigkeitsziele, auch das ist weniger als der weltweite Durchschnitt (37%). Nur 6% der befragten deutschen Mitarbeiter geben an, regelmässig mit ihrem Vorgesetzten über Nachhaltigkeitsziele sprechen zu können (weltweit 10% der Mitarbeiter).

«Im internationalen Vergleich ist bei deutschen Top-Managern die Überzeugung stärker ausgeprägt, dass nachhaltige Geschäftsmodelle der richtige Weg sind. Die entgegengesetzte Einschätzung zeichnet sich bei den Mitarbeitern ab. Sie sind laut unserer Umfrage nicht davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit gut fürs Geschäft ist», sagt Max von der Planitz, Berater bei Russell Reynolds. «Wir scheinen ein Vermittlungsproblem zwischen dem Top-Management und der Mitarbeiterebene zu haben. Das Thema Nachhaltigkeit ist zwar auf der obersten Führungsebene angekommen und dort mittlerweile verankert, die Mitarbeiter werden jedoch oft nicht richtig ausreichend eingebunden in die Überlegungen, wie Nachhaltigkeit und langfristiger Geschäftserfolg in Einklang gebracht werden können. Dazu passt auch, dass in Deutschland die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angeben, wenig zur Nachhaltigkeit ihres Unternehmens beitragen zu können. Man kann davon ausgehen, dass hier viel Potential brach liegt», so Planitz.

Für die Studie wurden weltweit in 105 Ländern 3.813 Führungskräfte (Vorstände einschliesslich CEOs sowie Führungsebenen 2 und 3) und 8.753 Mitarbeiter befragt. In Deutschland wurden 359 Führungskräfte und 1.576 Mitarbeiter interviewt. Neben Deutschland lag der Schwerpunkt der Umfrage auf den Ländern Australien, Brasilien, China, Dänemark, Finnland, Frankreich, Indien, Mexiko, Spanien, Schweden, UK, USA.

Studie online anschauen (https://www.russellreynolds.com/en/insights/divides-and-dividends)

Foto Max von der Planitz (https://www.dropbox.com/scl/fi/kqqwsb43bao2d0xpsd4sa/Russell-Reynolds-Berater-Max-von-der-Planitz-high-res.JPG?rlkey=18puo52s78dfehj0xhwd5vslp&dl=0)

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Shepard Fox Communications
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Original-Content von: Russell Reynolds Associates, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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