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Montag, 26. Februar 2024

Anzeigenkampagne beleuchtet Tierquälerei durch zuständiges Staatsministerium in Bayern

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München (ots) –

Eine aktuelle Anzeigenkampagne im Münchner Merkur und der TZ macht auf Aspekte der vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium per Gesetz geförderte, nicht tierschutzkonforme Jagd aufmerksam. Im Rahmen der Kampagne, die bis Anfang Oktober läuft, kommuniziert Wildtierschutz Deutschland folgende Themen:

– Die ausschließlich in Bayern zulässige Vergnügungsjagd auf Eichelhäher.
– Die nicht tierschutzkonforme Wald-vor-Wild-Ideologie.
– Die tierverachtende Jagd auf zur Aufzucht erforderliche Waschbären-Mütter.

Bereits am Samstag, den 9. September, startete die Kampagne mit einem Eichelhäher-Motiv.

Aus einer Drucksache des Bayerischen Landtags [1] vom 10. Februar 2020 geht hervor, warum dort jährlich etwa 20.000 Eichelhäher erschossen werden. Fragen und Antworten haben wir gekürzt und sinngemäß wiedergegeben:

Frage Abgeordneter: Warum dürfen in Bayern Eichelhäher gejagt werden?

Antwort Landwirtschaftsministerium: Weil er in Bayern dem Jagdrecht unterstellt ist und eine Jagdzeit hat.

Frage: Wie viele Eichelhäher gibt es in Bayern?

Antwort: Der Bestand wird auf ca. 100.000 bis 300.000 Brutpaare/Reviere geschätzt.

Frage: Welche ökologischen Folgen hat die Bejagung des Eichelhähers?

Antwort: „Keine: Es sind doch eh nur wenige, die erschossen werden. Also lassen wir unseren Jägern doch den Spaß.“

Es ist schon entblößend, wenn das von Michaela Kaniber (CSU) geführte Landwirtschaftsministerium offen einräumt, dass der Eichelhäher bejagt wird, weil man ihn – aus Sicht des Bayerischen Staatsministeriums – bejagen darf und sein Bestand offensichtlich nicht gefährdet ist. Nicht einmal ansatzweise wird ein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes bemüht. Bei der Waldschnepfe versuchen sich Behörden noch herauszureden, indem man auf die Möglichkeit des Grillens der Innereien – den sogenannten Schnepfendreck – verweist, was natürlich auch kein Grund ist. Aber beim Eichelhäher: Nichts.

Dazu Hannah Reutter, ausgebildete Jagdjournalistin beim Bayerischen Jagdverband und verantwortlich für das Jagdmagazin „JAGD in Bayern“: „Durchs Revier zu streifen und auf Eichelhäher zu jagen: eine schöne, abwechslungsreiche Jagdart auf sehr intelligentes Wild.“ (Jagd in Bayern 11/2022) Und Dr. Gertrud Helm, 2020 Sprecherin des Bayerischen Jagdverbandes erklärt: „Der Eichelhäher stört aber auch sehr den Jagdbetrieb“, nicht umsonst gelte er als „Waldpolizei“ und warne durch sein lautes Rufen die anderen Tiere vor Jägern. „Und in Regionen, in denen der Eichelhäher sehr häufig ist, muss man ihn deswegen eben auch mal entnehmen …“ [2]

Die Vögel fallen zwar während der Brutzeiten gelegentlich als Nesträuber anderer Singvögel auf, gefährden aber keineswegs deren Bestände. [3] Vielmehr erweisen sich Eichelhäher gerade für den Waldbau als nützliche Gesellen. Sie sammeln pro Jahr bis zu 5.000 Eicheln, dazu Bucheckern, Hasel- und Walnüsse, und vergraben sie, um sie in nahrungsarmer Zeit wieder auszugraben. Was nicht wiedergefunden wird – das ist etwa die Hälfte der vergrabenen Samen, wird zu neuen Bäumen, die unsere Wälder in Zeiten des Klimawandels doch dringend benötigen. [2]

Bayern hat in Sachen Tierquälerei noch mehr auf dem Kasten: Dort dürfen bei diversen Tierarten die Eltern von Jungtieren erschossen werden, mit zweifelhaften Argumenten wird die „Entnahme“ von Wölfen und Fischottern angeordnet und last but not least sind die Bayern der Protagonist in Sachen „Wald vor Wild“. Die Übersetzung von „Wald vor Wild“ ist übrigens „Krieg gegen Wildtiere“.

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Quellenverweise und weitere Informationen über www.wildtierschutz-deutschland.de

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Über Wildtierschutz Deutschland e.V.:

Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet, ist eine Tier- und Naturschutzorganisation und setzt sich gegen tierquälerische Jagdmethoden ein und für eine Reduzierung der jagdbaren Arten auf die Tierarten, für die ein vernünftiger Grund zur Bejagung im Sinne des Tierschutzgesetzes besteht. Außerdem engagiert sich der Verein für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen Wildtieren.

Pressekontakt:
Lovis Kauertz | Wildtierschutz Deutschland e.V.
T. 0177 72 300 86 | lk@wildtierschutz-deutschland.de
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutzMitbegründer des aktionsbuendnis-fuchs.de
Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht
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Original-Content von: Wildtierschutz Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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